PUSCHEL
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Re:Tag der offenen Tür - Presse - 2007/08/30 02:10
28.08.2007 - Am 15. September dieses Jahres feiert die 15-jährige Janina Ewertz ihren 2. Geburtstag. An diesem Tag ist es genau zwei Jahre her, dass ihr neues Leben begonnen hat. Am 15. September 2005 wurde Janina in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine neue Lunge eingepflanzt. Ein gerade verstorbener junger Mann bzw. seine Angehörigen hatten sich zur Organspende entschlossen und damit Janinas junges Leben gerettet.
Kall (wa). Janina hilft gerade ihrer jüngeren Schwester Joana bei den Hausaufgaben, zwischendurch holt sich Hund »Sammy« immer wieder seine Streicheleinheiten ab. Ihr Zimmer sieht aus wie das bei 15-Jährigen so üblich ist, großformatige Poster ihrer Lieblingsband schmücken die Wände. Erst ein genauerer Blick offenbart, dass Janina eben nicht das »normale« Leben eines Teenagers führt. Ein Lungenfunktionsmesser auf dem Nachttisch, rund 30 Medikamente, die sie täglich nehmen muss und der Mundschutz zum Schutz vor Infektionen: Janina lebt seit zwei Jahren mit einer neuen Lunge. Und sie wird lebenslang Medikamente nehmen müssen, um die körpereigene Abwehr zu hemmen, damit diese Lunge nicht abgestoßen wird. »Ihr Kind stirbt!« Mit dieser Aussage konfrontierten die Ärzte an der Uniklinik Bonn vor zwei Jahren Janinas Mutter Simone Artar (geb. Höschler). Zu diesem Zeitpunkt lag die damals 13-Jährige bereits im Koma, ihre Lunge war nicht mehr funktionstüchtig. Die Herz-Lungen-Maschine hielt das Mädchen noch am Leben, die Prognose war katastrophal.
Spenderlunge
Die übliche Wartezeit für eine neue Lunge beträgt in Deutschland ein Jahr, eine Zeitspanne, die Janina nicht überlebt hätte. Doch die Panik bei Janinas Angehörigen wich großer Hoffnung, als nach nur zwei (!) Tagen eine Spenderlunge zur Verfügung stand. Ein spezialisiertes Ärzteteam der MHH holte die Schwerkranke mit dem Hubschrauber in Bonn ab und flog sie in drei Stunden nach Hannover. »Da hatten wir erstmals wieder Hoffnung«, beschreibt Simone Artar die Situation rückblickend. Ihr Gefühl sollte sie nicht täuschen. Am 15. September 2005 erhielt Janina in einer fünfstündigen Operation eine neue Lunge, die ihr Körper auch bald akzeptierte. Nach harten Wochen begann für das junge Mädchen ein neues Leben. Einen Organspendeausweis hatte damals niemand aus ihrer Familie. »Klar, man hätte nur mal eben in der Apotheke nach einem solchen Ausweis fragen können. Aber wer macht das schon?«, erinnert sich Janinas Mutter. Heute hat die ganze Familie einen Organspendeausweis, viele Bekannte und Freunde Janinas ebenfalls.
Gedenken
»Wir zünden in jedem Jahr am 15. September eine Kerze für den unbekannten Spender an«, sagt Simone Artar, die auch den diesjährigen »Tag der offenen Tür« auf dem Meisenhof in Kall-Frohnrath (siehe unten) dem jungen Mann widmet, der ihrer Tochter ein neues Leben geschenkt hat. Dass sie dieses Leben heute weitgehend »normal« führen kann, war vor zwei Jahren nicht absehbar. Ihr Dank gilt allen, die in der kritischen Phase geholfen haben, ihrer Familie, den Ärzten, den Lehrern, Freundinnen und den Golbacher Bürgern. Mittlerweile hat sich Janina auch damit abgefunden, dass sie ihre große Tierliebe wohl nie mehr so ausüben kann wie zuvor. Ganz zaghaft hat sie wieder angefangen zu reiten, mit Mundschutz und mit Handschuhen, aber beruflich wird sie wohl nie mit ihren geliebten Pferden arbeiten können. Immerhin bleibt noch ihr zweiter Traum, das Singen. Und wer sieht, wie sie ihr neues Leben mittlerweile meistert, der traut ihr auch auf diesem Gebiet einiges zu.
Janina Ewertz und ihre Familie (siehe Aufmacher) haben vor und nach der Transplantation große Unterstützung durch den Verein »Transplantationsbegleitung e.V.« erfahren. Deshalb veranstaltet die Familie am Samstag, 15.9., einen Tag der offenen Tür zugunsten dieser Einrichtung auf der Reitanlage »Meisenhof« in Kall-Frohnrath (Hagelsheck). Zugleich möchte sich Janina an diesem Tag bei allen bedanken, die ihr in dieser schweren Zeit zur Seite gestanden haben. Ab 11 Uhr wird ein buntes Programm mit Musik (Countrysängerin Barbara Maaßen), Western- und Squaredance, Bogenschießen, Ponyreiten und vielem mehr geboten. Bob Gauthier wird zudem die mathematischen Fähigkeiten seiner Stute »Berry« vorführen. Im Mittelpunkt stehen aber Infos über das Thema Organspende. @ Internet www.riderswayout.de
Organspendeausweise gibt es kostenlos in vielen Arztpraxen und Apotheken. Der Ausweis kann auch im Internet direkt ausgefüllt oder unter eine kostenfreien Hotline bestellt werden: 0800 / 90 40 400
@ Internet www.organspende-info.de Quelle: http://www.eifellive.de/index.php?id=699&wuid=46085&ausgabe=3&WS=Euskirchen
Post edited by: PUSCHEL, at: 2007/08/30 02:12
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